Entspannung: Entspannt statt ausgebrannt

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Entspannt statt ausgebrannt – Robert Betz

Nie wurde so viel über das Thema des Ausgebrannt sein, des Burnout gesprochen wie zu diesen Zeiten. Burnout, nicht nur bei den 60-jährigen Führungskräften in den Vorstandsetagen, sondern heute schon bei 27, 30, 35-jährigen Frauen und Männern. Woher kommt der Burnout und wie können wir das überwinden, was wir mit diesem Erschöpfungssyndrom, wie es auf Deutsch heißt, meinen? Von Stress sprechen wir schon seit vielen, vielen Jahren und die Frage ist: Wo haben wir diesen Stress erschaffen? Wird der Stress von außen gemacht, wie viele Menschen denken? Ja. Das Druckniveau, der Druckpegel in vielen Firmenorganisationen ist in den letzten Jahrzehnten gestiegen. Aber ist das die alleinige Ursache dafür, dass Menschen durchbrennen oder ausbrennen? Dass sie erschöpft zusammenbrechen? Und das geschieht in diesen Monaten und Jahren vermehrt und vermehrt.

Der Burnout heißt, der Mensch wird in die Schwäche gezwungen. Bleischwer fühlt es sich an, wenn ein Mensch mit diesem Depressionssymptom da liegt und den Finger nicht heben kann, weil er nicht mehr kann.

Es ist das Ende einer langen Geschichte. Und diese Geschichte fängt sehr früh in unserem Leben an. Dann fängt sie an, wenn wir den Perfektionisten zum Beispiel in uns erschaffen. Im Kind denkt es: Wenn ich erst mal perfekt bin, dann werde ich nicht mehr bestraft oder kritisiert. Dann werde ich nur noch gelobt. Dass wäre das gelobte Land für das Kind. Aber dieses gelobte Land erreicht selbst der 60-Jährige nie. Denn, die Gedanken die ich als Kind in mir dachte als ich sagte: Am liebsten möchte ich perfekt werden, hießen: Ich bin heute nicht perfekt, ich bin heute nicht so, wie ich eigentlich sein sollte.

Und so wie ich heute bin, mag ich mich nicht. Also muss ich mich anstrengen. Und die Gedanken der Kindheit, kennt jeder von uns: Werde erst mal was. Strenge dich an. Hänge nicht rum. Tue was, hau rein. Werde erfolgreich. Zeig was du kannst. Diese Gedanken haben wir so tief verinnerlicht, dass wir sie aus uns wieder herausgeholt haben, besser gesagt, uns neu entschieden haben. Und so laufen heute in viele Firmen, Organisationen und auch bei vielen Selbständigen in diesen erwachsenen Körpern, ein innerer Antreiber im Menschen herum, der verbunden ist mit einem inneren Kritiker.

Heißt, wir haben zutiefst gelernt, uns selbst herunter zu machen und zu kritisieren. Ich bin nicht gut genug, ich bin nicht gut genug, ich bin nicht gut genug. Ich muss mich mehr anstrengen, mehr anstrengen, mehr anstrengen. Und so weiter. Und diesen inneren Kritiker und diesen inneren Antreiben haben bisher wenige von sich selbst kennengelernt. Dazu lade ich aber jeden ein. Zum Beispiel mit meiner Meditation Schluss mit Hetze, Druck und Stress. Wo diesen inneren, diese inneren Figuren Kritiker, Antreiber, harter Richter genau kennenlernen kannst. Denn diese haben wir mit unseren eigenen Gedanken erschaffen. Das Phänomen des Burnouts entsteht also durch chronische Überforderung. Und diese Überforderung entsteht im Geist.

Wenn ich jeden Morgen in die Arbeit fahre und es denkt in mir, oft unbewusst, ich muss, ich muss, ich habe noch nicht genug getan, ich muss, hoffentlich schaffe ich es, hoffentlich schaffe ich es. Wie soll ich das nur schaffen? Dann sind diese Gedanken zutiefst Gefühle erzeugend und vermehrend. Sie vermehren und erzeugen Gefühle der Angst und der Trauer und auch der Wut. Der Wut darüber, dass ich es bisher noch nicht so geschafft habe, wie ich es eigentlich wollte. Und wenn ich das in mir denke, ich sollte eigentlich schon erfolgreicher, sollte weiter sein.

Dieser Misserfolg hätte nicht geschehen sollen. Dann erzeugt das zudem noch Scham, Minderwertigkeit und Wut. Wut auf uns selbst. Ich behaupte, dass die meisten Menschen mit sich selbst innerlich im Krieg liegen und nicht im Frieden. Denn ansonsten könnte es in unseren Körpern nicht so viel Krieg geben und auch in unseren Firmen nicht so viel Krieg geben. Burnout ist also heute eine nachvollziehbare Geschichte. Und diese Geschichte kann verändert werden.  

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